
Schottland
Highlands & Isle of Skye – Der Anfang einer Reise
Wie alles begann
Vor 15 Jahren, in einer Phase tiefer Erschöpfung, zog es Jürg Hösli nach Schottland. Seine Energie war am Boden, sein Kopf ein Wirbelsturm. Er brauchte Distanz. Allein, mit einem Zelt auf dem Rücken, wanderte er zwei Wochen durch die Highlands und über die Isle of Skye.
Die Landschaft war überwältigend – schroff, wild, ungezähmt. Doch es war nicht nur die Schönheit, die ihn packte. Zum ersten Mal trug er eine Kamera bei sich, eine simple Spiegelreflex. Und mit jedem Blick durch den Sucher veränderte sich etwas.
"Das erste Mal, als ich den Sucher ans Auge hielt, war alles anders. Der Wind war laut, die Kälte biss, aber im Rahmen wurde alles ruhig. Ein Stück Moor, ein Fetzen Himmel – und plötzlich war's perfekt."
— Jürg Hösli
Die Highlands
Fotografie wurde sein Anker. Sie zwang ihn, langsamer zu gehen, innezuhalten. Wo früher der Sportler in ihm nach Tempo gierte, lernte der Fotograf, die Zeit zu dehnen. Schottland war der Anfang – nicht nur einer Reise, sondern einer neuen Art, die Welt zu begreifen.
Die Kamera war kein Werkzeug mehr. Sie wurde zur Brille, durch die er die Kraft der Einsamkeit und der Natur neu entdeckte. Zwei Wochen allein – kein Hotel, kein Komfort, nur Zelt und Kamera.

Zwei Wochen allein – Zelt in den Highlands
Die schottischen Highlands sind kein sanftes Land. Sie fordern. Der Regen kommt horizontal, der Wind reisst an der Ausrüstung, die Wege verschwinden im Moor. Doch genau diese Rauheit war es, die Jürg Hösli brauchte.
Jeder Abend auf dem Gipfel, Schlafsack unter dem weiten Himmel, war eine Lektion in Demut und Staunen. Die Kamera festhielt, was Worte nicht konnten.

Schlafsack auf dem Gipfel bei Sonnenuntergang
Fotografie ist kein Bildersammeln. Es ist die Welt so zu spüren, dass sie für einen Moment vollkommen wird.
Jürg Hösli
Isle of Skye

Isle of Skye – Bergsee im Morgenlicht
Die Isle of Skye ist ein Ort, der sich dem Verstand entzieht. Bergseen, die den Himmel spiegeln. Klippen, die ins Meer stürzen. Licht, das sich jede Stunde neu erfindet.
Hier lernte Jürg Hösli das Warten. Stunden am gleichen Ort, bis das Licht stimmt. Bis der Nebel sich hebt. Bis der Moment kommt, den man nicht planen kann – den man nur empfangen kann.
Schottland war der Beginn. Der Ort, an dem ein Sportler aufhörte, nur zu rennen, und begann, zu sehen.
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Highlands – über den Wolken

Zwei Wochen allein im Zelt

Isle of Skye – Bergsee

Schlafsack auf dem Gipfel

Strand bei Sonnenuntergang