
Island
Rohe Natur, archaische Kraft – 2013
Archaische Kraft
Kurz nach Schottland kam Island – ein Ort, der Jürg Hösli in seinen Bann zog. Die Natur hier war roh, archaisch, fast feindselig. Vulkanlandschaften, schwarzer Sand, Wasserfälle, die wie Urgewalten toben. Er schlief im Auto, immer bereit für den nächsten Augenblick.
Fotografieren wurde zur Meditation in Bewegung. Jede Aufnahme ein Atemzug, jeder Schritt ein Versuch, die Essenz dieses Ortes zu fassen. Island lehrte ihn, dass Schönheit nicht stillsteht – sie explodiert, sie verschwindet, sie fordert dich heraus.
Die wilde Einsamkeit Islands war ein Spiegel seiner inneren Reise. Vom Sportler, der sich in der Action verlor, zum Fotografen, der in der Stille fand.
"In Island ist die Stille so laut, dass sie einen trifft. Kein Lärm, nur der Wind und das Rauschen des Wassers. Durch den Sucher sehe ich die Welt wie neu – jeder Schatten, jede Linie. Ich warte. Und in dieser Wartezeit wird alles klar."
— Jürg Hösli
Urgewalten

Brandung an der Felsklippe
Island ist ein Ort der Extreme. Gletscher und Vulkane, Geysire und schwarze Sandstrände. Das Land ist jung, geologisch gesehen – und man spürt es. Die Erde lebt hier, brodelt, bricht auf.
Für Jürg Hösli war Island eine Lektion in Demut. Die Natur hier lässt sich nicht kontrollieren, nicht planen. Man kann nur reagieren, beobachten, warten – und im richtigen Moment den Auslöser drücken.

Reynisdrangar – Felsnadeln im Sturm
Die schwarzen Sandstrände Islands sind wie eine andere Welt. Kein Farbe, nur Kontrast. Das Weiss der Wellen gegen das Schwarz des Sandes, das Grau des Himmels. Fotografie in Reinform.
Jürg schlief im Auto, um bei Sonnenaufgang am Strand zu sein. Die Lichtstimmungen in Island sind von einer anderen Welt – und sie dauern nur Minuten.
Das Licht entscheidet alles. Wenn es mit der Zeit tanzt, hat man nur eine Sekunde, um es einzufangen.
Jürg Hösli
Licht und Stille
Das Licht in Island ist einzigartig. Im Sommer die Mitternachtssonne, im Winter die Polarnacht. Dazwischen Stunden goldenen Lichts, das alles in Magie taucht.
Jürg Hösli lernte hier, das Licht zu lesen. Zu verstehen, wann es kommt, wie es sich bewegt, wie es eine Landschaft transformiert. Diese Fähigkeit sollte ihn auf allen späteren Reisen begleiten.
Island war mehr als eine Reise. Es war eine Schule des Sehens – und der Geduld.

Nordlicht über dem Atlantik
Alle Bilder

Vestrahorn

Brandung an der Klippe

Reynisdrangar

Nordlicht über dem Atlantik

Nordlicht am Goðafoss

Leuchtturm in der Brandung

Leuchtturm aus der Vogelperspektive

Lavafeld – Farbtupfer im Schwarz

Dreizehenmöwen